Der Arbeitskreis für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung historischer Bucheinbände (AEB) wurde 1996 in Leipzig gegründet und ist die Community für Einbandforschung in Deutschland. Er macht es sich seit nunmehr dreißig Jahren zur Aufgabe, die Einbandforschung sichtbar zu machen und die deutschlandweite und internationale Zusammenarbeit und Vernetzung von Personen und Institutionen zu fördern, die sich mit dem Bucheinband, seiner Geschichte und seiner künstlerischen wie technischen Entwicklung befassen. Das Augenmerk des AEB richtet sich dabei auf alle Epochen und Einbandtypen und unterstützt Projekte und Arbeitsgruppen in ganz unterschiedlichen Bereichen des Forschungsfelds. Der Korrektur und Ergänzung der vorliegenden Repertorien für den Einzelstempel- und den Rollen- und Platteneinband widmet der AEB ebenfalls große Aufmerksamkeit. Dieser Arbeit dient auch die Einbanddatenbank, die im Internet besucht werden kann (www.hist-einband.de).
In Kooperation mit Bibliotheken, die über historische Buchbestände verfügen, organisiert der Arbeitskreis internationale Jahrestagungen. Die Tagungen des AEB richten sich an Teilnehmende aus dem Bibliotheks- und Archivwesen, der Buch- und Bibliothekswissenschaft, der Bestandserhaltung, aus Buchbindereien und Restaurierungswerkstätten und auch an bibliophile Sammlerinnen und Sammler.
Die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften (OLB) in Görlitz ist eines der wichtigsten öffentlichen Sammlungs- und Informationszentren zwischen Dresden und Wroclaw/Breslau. Ihre Wurzeln reichen bis in das Spätmittelalter, vornehmlich geht sie jedoch auf die Bibliotheksstiftung des Johann Gottlieb Milich aus dem Jahr 1726 und die Büchersammlung der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften zurück. Mit ihren Beständen unterstützt sie insbesondere Wissenschaft und Forschung. Sie steht aber ebenso allen privaten Interessenten offen. Als wissenschaftliche Regionalbibliothek im Schnittpunkt deutscher und polnischer Geschichtsforschung versammelt die OLB das Wissen vergangener Zeiten und den Schatz des verbindenden kulturellen Erbes und dokumentiert den aktuellen Prozess. Darüber hinaus ist sie ein Ort der Kommunikation und des Transfers von Information und Wissen über Ländergrenzen hinweg.
Der Lehrstuhl für Druck- und Digitale Medien am Institut für Informations- und Kommunikationsforschung der Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń (NKU) ist in Polen ein führendes Zentrum für die Erforschung und Vermittlung von Wissen über alte Bucheinbände. Die Ursprünge der akademischen Einbandforschung in Toruń gehen auf Professor Janusz Tondel zurück, der als Autor zahlreicher Publikationen u.a. über die Einbände der berühmten Silbernen Bibliothek in Königsberg, bekannt wurde. In den letzten zwanzig Jahren wurde die Forschung zu mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bucheinbänden von Dr. habil. Arkadiusz Wagner, Professor NKU, weiterentwickelt. Durch seine Initiative finden seit 2014 Konferenzen zur Einbandforschung statt, die polnische und internationale Wissenschaftler, Bibliothekare und Archivare, Restauratoren, Museumsfachleute sowie Bibliophile zusammenbringen. Als Ergebnis dieser Fachtagungen erschienen zahlreiche Publikationen mit Beiträgen aus den unterschiedlichsten Forschungsperspektiven. Desweiteren organisiert das IIK NKU in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen regelmaßig Ausstellungen mit historischen Bucheinbänden. Zuletzt fand eine monumentale Ausstellung mit gotischen Bucheinbänden aus Thorner Sammlungen statt.
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